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Transalp 2013 - Abstecher zu den Gorges du Verdon

Planung und Vorbereitung

Es gab dieses Jahr nicht viel vorzubereiten. Da wir noch einigen Jahren Pause wieder einmal ein Rundtour machen wollten, vereinfachte sich auch das logistische Problem von An- und Abreise. Bis zum 20. Juli war kein einziges Problem am Horizont zu sehen. Unsere Räder waren intakt und auch Elisabeths Knie verhielt sich ruhig.

An diesem Dienstag gab es allerdings auf einer, der von mir zu betreuenden Baustellen ein Problem. Aus dem Motorraum eines vor dem Baubüro parkenden Lastwagens war ein schwaches Wimmern zu hören. Der Polier wusste zu berichten, dass sich schon am Montag ein kleines Drama abgespielt hatte. Auf einer anderen Baustelle hätte einer seiner Mitarbeiter beim Rückwärtsfahren eine kleine Katze zerquetscht. Nach der von Tränen begleiteten Beerdigung war er quer durch die ganze Stadt zu unserer Baustelle gefahren. Kaum war das Auto abgestellt, hatte er schon das Jammern einer Katze gehört. Da sich unter einem Lkw tausend Versteckmöglichkeiten finden, war es weder ihm noch dem Rest der Baumannschaft gelungen, den blinden Passagier herauszubekommen. Notgedrungen blieb das Auto stehen.

Am Ende meines Baustellentermins hatte ich auf dem Beifahrersitz einen Pappkarton stehen. Darin saß eine Handvoll Minikatze, die stark nach Motoröl roch. Es war die Schwester der überfahrenen Katze. Unsere Tierärztin taxierte ihr Alter auf etwa fünf Wochen. Abgesehen vom dreckigen Fell war sie fit, aber alles andere als zutraulich. Kontakt zu Menschen hatte ihre Katzenfamilie wohl bislang nicht gehabt.

Damit hatten wir also unser Problem. In nicht einmal fünf Wochen sollte unser Urlaub beginnen. Die Katze wäre dann gerade 10 Wochen alt. In diesem Alter kann man sie kaum über drei Wochen alleine zu Hause lassen, wenn nur einmal am Tag ein Futterversorger vorbeischaut.

In den ersten Tagen hatte sie nur eine Vertrauensperson, Elisabeths alten Teddybären. Nur ganz langsam schaffte Elisabeth es, dem Teddybären Konkurrenz zu machen.

Elisabeth war bereits nach einer Woche entschlossen, den Urlaub kampflos abzublasen. Ich allerdings nicht.

In den nächsten Wochen wurde jeden Tag mindestens zwei Stunden mit unserem neuem Mitbewohner trainiert, um ihn für das Leben außerhalb des Hauses fit zu machen.

Am Sonntag vor unserer Abreise war es dann soweit: der erste Test im Garten stand an. Das Ergebnis war niederschmetternd. Nach fünf Minuten war der Zwerg durch ein Loch im Zaun verschwunden. Erst nach einer Stunde konnten wir die Kleine mit Hilfe der Nachbarschaft in einer Hecke ausfindig machen.

Trotzdem wurde am nächsten Tag die Bedienung der Katzenklappe im Keller geübt.

Als wir am Samstagmorgen das Auto beladen hatten und uns von unseren jetzt drei Katzen verabschiedet hatten, waren wir beide ziemlich sicher, dass wir die Kleine gerade des letzte Mal gesehen hatten. Sie würde jetzt wohl die Gelegenheit nutzen, um auszuwandern.